Mittelmeer · Band 1 · Artenporträt
Goldschwamm
Die Schnecke, die diese Schwammart frisst, endet damit, ihm zu ähneln
Aplysina aerophoba - APLYSINIDAE
Naturkundliche Informationen
Die Art im Überblick
Beobachtung
WO SUCHEN:
Originaler naturkundlicher Bericht
Die Geschichte der Art
Auf einem gut beleuchteten Felsen sind die gelben Röhren der Verongia leicht zu entdecken. Doch beim Näherkommen kann der Taucher etwas viel Unauffälligeren entdecken: eine kleine gelbe Schnecke, Tylodina perversa, die direkt auf dem Schwamm sitzt. Sie ist dort, um ihn zu fressen.
Und noch erstaunlicher ist, dass ihre Farbe nicht ganz ihr gehört: Beim Abweiden von Aplysina aerophoba nimmt sie ein vom Schwamm produziertes gelbes Pigment auf und speichert es in ihrem eigenen Körper. Das Ergebnis ist, dass die Schnecke fast genau die Farbe ihrer Mahlzeit annimmt und auf ihr schwer zu unterscheiden ist. Sie nimmt auch bestimmte chemische Moleküle auf, die im Gewebe des Schwamms vorhanden sind.
Aber die Verongia bleibt nicht völlig passiv. Wenn sie durch den Fraß verletzt wird, haben Versuche gezeigt, dass sich einige ihrer Zellen und Moleküle um den beschädigten Bereich herum anreichern. Dies ist kein gezielter Angriff auf die Schnecke, sondern eine Reaktion des Schwamms auf die Verletzung.
Die ganze Szene spielt sich jedoch fast ohne Bewegung ab: ein unbeweglicher gelber Schwamm, eine kleine Schnecke, die sich langsam über dessen Oberfläche bewegt, und ein Raubtier, das dank der Farbe des Tieres, das es gerade frisst, fast unsichtbar geworden ist.

Die Begegnung weiterleben
Der Sticker deiner Begegnung
Der Aufkleber Verongia ist derzeit Teil des Fünferpacks „Die stillen Gärten“.
Sticker und Logbuch sind separat erhältlich. Beobachte die Meereswelt, ohne sie zu berühren oder zu stören.